Portugal

21. - 22. Oktober 2013 - Tag 143 bis 144

Die letzten beiden Tage Portugal in der Zusammenfassung.
Portugal und wir sind nicht wirklich Freunde geworden in der einen Woche, die wir hier waren. Wobei das Land da nicht viel für kann. Entscheidend war das aktuelle Wetter, und entscheidend war die Wettervorhersage bis zum Wochenende. Und ganz ehrlich, wir sind nicht auf Tour gegangen, um über eine Woche permanent so was von die Hucke nass zu kriegen. Wir haben die Handtücher und Klamotten schon gar nicht mehr trocken gekriegt, und das ist dann irgendwann ein "no go". Keine Besichtigungen und Stadtbummel, nix in der Richtung.
Also sind wir die letzten ca. 400 km fast durch Portugal geflogen, immer Richtung Süden.
Erster Stop am Montag war Santa Susana in der Nähe von Alcácer do Sal. Hier haben wir mal wieder kostenlos gestanden an einem kleinen See, und dieses Mal hatten wir sogar Gesellschaft aus Spanien, England, Deutschland und Holland. Für irgendwelche Besichtigungen taugte der Platz allerdings nicht, denn Santa Susana liegt völlig in der Pampa. So haben wir nicht viel gemacht an diesem Tag, ausser natürlich dem Regen zugehört, wie er aufs Dach trommelt.
Letzte Station in Portugal war am Dienstag dann Alcoutim. Die Fahrt dahin war allerdings der Hammer, wir haben selten so viel Regen gesehen, dass Wasser lief in Sturzbächen nur so die Straßen runter. Und es hat die komplette Strecke geregnet, mal viel, mal noch viel mehr.
In Alcoutim haben wir auf dem offiziellen Stellplatz des Dorfes gestanden, mit Blick auf den Fluß Rio Guadiana. Der Fluß teilt Portugal und Spanien, auf der einen Seite wir in Alcoutim, auf der anderen Seite das spanische Dörfchen Sanlucar.
Ganz lustig zu hören, wie die Kirchenglocken zur vollen Stunde unterschiedlich gebimmelt haben wegen der Zeitdifferenz.
Den Rest des Tages haben wir weitere Pläne geschmiedet, wie es weitergehen soll. Nach Spanien, das war schnell klar. Und nicht ganz so schnell klar war dann, dass wir zunächst einen Campingplatz anfahren werden. Wir ersticken in dreckiger oder nicht trocken gewordener Wäsche, wir brauchen dringend eine Waschmaschine und einen Trockner. Und besseres Wetter, und eine paar fahrfreie Tage und Ruhe.
Was die Sache noch schlimmer macht, ist, dass unser Internet über Satellit so weit südlich offensichtlich nicht funktioniert, wir haben die Grenzen des abgedeckten Gebietes über Europa erreicht. Und das ist natürlich eine mittelschwere Katastrophe, nicht nur jetzt, sondern auch für die restliche Zeit in Südspanien. Das wird bedeuten, dass wir uns jetzt häufiger auf Campingplätzen mit Wifi rumtreiben werden. Und nicht mehr so regelmäßig schreiben können.

Gefahrene Strecke Montag: 216 km
Gefahrene Strecke Dienstag: 186 km

Ein bißchen "Fallobst" in Santa Susana gesammelt..



Storch-Kolonien auf Reisfeldern



Stellplatz in Santa Susana



Stellplatz in Alcoutim...

...fotografiert am Mittwochmorgen bei Sonnenschein...Yeah!

20. Oktober 2013 - Tag 142

Als wir heute wach wurden, man glaubt es kaum, hat es nicht geregnet...wow!
Also heute keine Mördertour, sondern ein wenig in der Gegend herumfahren.
Aber erst haben wir in Ruhe gefrühstückt und uns die Zeit für das Sportprogramm genommen.
Und dann ging es zunächst nach Fátima. Kennt ihr Fátima? Der wichtigste Wallfahrtsort in Portugal.
In Fátima ist drei Hirtenkindern am 13. Mai 1917 die Mutter Gottes erschienen. Hier wurde dann eine kleine Kapelle gebaut, heute steht da eine neoklassizistische Basilika mit einem 65 m hohen Zentralturm. Und davor ein 150.000 m2 großer Platz, das muss man mal gesehen haben. Und da ja (zufällig) Sonntag war, war da Messe und original die Hölle los. Man, was ein Prunk, das könne die Fotos gar nicht richtig einfangen.
Auf jeden Fall waren wir stark beeindruckt, was die da hochgezogen haben (und natürlich touristisch aufs Schärfste ausschlachten).
Nach diesem Highlight sind wir noch ein paar Kilometer gefahren, unter anderem durch Tomar, wo wir eigentlich nachts stehen wollten an der Christusritterburg. Aber da war nicht dran zu denken, eben weil Sonntag war und auch da war die Hölle los...Autoschlangen und Menschenmassen.
Also haben wir einen anderen Platz ausgesucht und stehen jetzt kostenlos in Almourol an einem Fluß mit Blick auf eine Märchenburg auf einer Insel im Rio Teja...nee, watt idyllisch.
Diese 11-türmige Ruine einer Templerburg ist wohl restauriert worden, aber ist jetzt in der Nachsaison geschlossen, also brauchte uns der Fährmann, der neben uns im Fluss auf seinem Kutter wartet, nicht rüber bringen.
Ab morgen soll das Wetter wieder schlechter werden, also werden wir morgen wohl mal wieder einen größeren Ritt Richtung Süden machen...na, schaun wir mal.

Gefahrene Strecke: 92 km

Hier entlang nach Fátima...klick



Stellplatz in Almourol

18. - 19. Oktober 2013 - Tag 140 bis 141

Gestern waren wir wie geplant zunächst morgens einkaufen. Dann noch schnell günstig getankt, dann ging es weiter Richtung Süden. Das nächste Ziel war Agucadoura, wo wir wieder kostenlos auf einem Strandparkplatz gestanden haben.
Und dann ging es los....
Wolkenbruchartige Regenfälle, Sturm, den ganzen Tag, den ganzen Abend, die ganze Nacht. An TV oder Internet war überhaupt nicht zu denken, die Schüssel wäre vom Dach gefegt worden.
Und dann haben wir abends bei einem Glas Wein beschlossen, unseren ursprünglichen Plan, langsam durch Portugal Richtung Süden zu fahren, zu verwerfen. Die Wettervorhersage für diese Region für die nächsten 7 Tage war grausig, also haben wir einen neuen Plan aus dem Hut gezaubert, und der lautet ganz schlicht: So schnell wie möglich quer durch Portugal Richtung Algarve.
Der Abend war entsprechend dem Wetter relativ schnell zuende, und wir waren früh in der Kiste verschwunden.

Heute morgen immer noch Regen...mein Gott, wo kommt das ganze Wasser nur her...
240 km haben wir uns für heute vorgenommen, also nicht lange geschlafen und nicht lange gefackelt, das waren wir wieder unterwegs. Und die ersten 50 km waren eine reine Katastrophe. Wieder bzw. immer noch sinnflutartige Regenfälle, und das Wasser hat in manchen Orten bis zu 30 cm auf der Straße gestanden...runterschalten in den 2. Gang und Gas!
Nach über 4 Stunden waren wir am Ziel und stehen heute in Batalha kostenlos am Schul- und Sportzentrum.
Und jetzt kommt das Wichtigste: Es regnet nicht! Es scheint zwar nicht ständig die Sonne, aber wir haben immerhin 25°C. Nach den letzten Tagen eine Wohltat!
Nach der Hunderunde haben wir uns die Stadt und die gigantische Kirche "Mosteiro de Santa Maria da Vitória" angesehen. Drinnen war das fotografieren leider verboten, aber wenigstens von aussen haben wir ein paar Bilder gemacht.
Den morgigen Tag haben wir noch nicht fest geplant. Bei gutem Wetter bleiben wir noch in dieser Region, bei schlechtem Wetter werden wir weitere 3-4 Stunden gen Süden fahren.

Gefahrene Strecke Freitag: 64 km
Gefahrene Strecke Samstag: 239 km

FLUCHT!!!!



Hier geht es nach Batalha...klick



Stellplatz in Batalha

17. Oktober 2013 - Tag 139

Tag 139 der Womo-Tour, und Tag 1 in Portugal.
Die ganze Nacht hat es wieder geregnet, mal mehr, mal weinger, aber eher mehr.
Als wir heute morgen aufgewacht sind, sah es etwas besser aus, nur noch leichter Nieselregen, und es wurde tatsächlich etwas heller. Also haben wir mal wieder die Klamotten gepackt, das Womo ver- und entsorgt, und dann ging es los über die Grenze.
Adios, Espana. Olá, Portugal.
Und eine neue Zeit, wir sind hier eine Stunde zurück und können somit eine Stunde länger aufbleiben :) Dafür wird es aber auch eine Stunde eher dunkel :(
Wir sind nur noch ein paar Kilometer bis an die Küste gefahren und stehen kostenlos direkt am Praia de Afife.
Auch hier, wie in Spanien, ist das Ende der Saison längst da. Toiletten und Duschen sind verrammelt, der einzige Kiosk hat geschlossen, nur ab und zu verirrt sich hierher ein Einheimischer, um am Strand spazieren zu gehen.
Nach Hunderunde, Mittagessen und Siesta kam dann sogar die Sonne raus, wir haben es bis auf 24°C geschafft.
Wir haben dann einen Spaziergang am Strand ohne Hunde gemacht und die Sonne genossen.
Jetzt noch ein bißchen Büroarbeit, und dann schauen wir mal, wo es uns morgen hintreibt...aber erst mal geht es in den Intermarché für den Wocheneinkauf.

Gefahrene Strecke: 77 km


Hier entlang zur Praia de Afife...klick



Stellplatz in Afife